Marion Dworzack zum Internationalen Tag der Roma

Gedanken für den Tag

„Auf meinem sehr, sehr langen Weg“. Marion Dworzack, Romni, Feministin und Katholikin, erzählt von prägenden Persönlichkeiten der Roma-Community und was diese Zugehörigkeit für sie selbst bedeutet. – Gestaltung: Alexandra Mantler

Das Lied „Amerikanisches Geld“ erzählt von einem Mädchen, das für viel Geld nach Amerika verheiratet wurde und das verzweifelt ihre Mutter bittet, sie zurückzuholen.

Die in diesem Lied von Rusza Lakatos beschriebene arrangierte Hochzeit eines jungen Mädchens ist eine Tradition, die heute mehrheitlich abgelehnt wird. Die internationale Initiative „marry when you are ready“ leistet wertvolle Aufklärungsarbeit, der Verein Vivaro Viva Romnija, der einzige Frauenverein mit Sitz in Wien bietet viel zu Themen wie Frauengesundheit und Empowerment, die Mädchen- und Burschenwochen des Romano Centro fördern junge Menschen, eigene Entscheidungen – auch zu dieser wichtigen Lebensplanung – zu treffen.

Rusza Nikolic Lakatos ist 1945 in der Nähe von Györ, geboren worden. Im Zuge des Ungarn-Aufstandes 1956 flüchtete die Familie Lakatos nach Österreich. Nach einem kurzen Aufenthalt in einem Flüchtlingslager in Tirol kamen sie nach Wien. Sie haben in einem Wohnwagen am Ringelseeplatz gelebt, der damals als Wohnstätte vieler ungarischer, aber auch österreichischer Roma diente. Dort hat sie ihren späteren Mann Mišo Nikoli? kennengelernt.

Rusza wurde eine der berühmtesten Roma-Sängerinnen, weit über die Grenzen Österreichs hinaus und sie nutzt ihren großen Bekanntheitsgrad für die Anliegen der Roma. Als deren „Botschafterin“ möchte Rusza mit ihrem musikalischen Repertoire Bewusstsein für ihr Volk schaffen und das traditionelle Liedgut der Lovara, das seit 2011 als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt und geschützt ist, an kommende Generationen weitergeben.

Rusza ist für mich eine der beeindruckendsten Frauen, die ich kennenlernen durfte. Trotz vieler Schicksalsschläge ist und bleibt sie optimistisch. Sie steht immer wieder auf und nimmt ihr Leben in die Hand. Das Schönste an ihr ist ihr Lächeln, wie sie ihren Mann oder ihre Kinder bei Konzerten auf der Bühne immer angelächelt hat, so voller Liebe und Freude, so ein Lächeln schenkt sie auch dir und mir. Rusza ist ein Vorbild, Rückschlägen im Leben die Härte zu nehmen und weiterzumachen, weil es immer wieder einen Grund gibt zu lieben und zu lächeln.

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Source: oe1.orf.at

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