OPRE ROMA! | Große Feier zum 8. April im ORF RadioKulturhaus

Foto Quelle: facebook/harri stojka

 

„OPRE ROMA! | Erhebt euch Roma!“ treffender hätte der Name der Feierlichkeit an diesem 8. April nicht sein können. Etliche österreichische Roma Vereine zeigten beim großen Festakt im ORF RadioKulturhaus ihren festen Zusammenhalt, freut sich Harri Stojka, der einen besonders willkommenen Zuhörer bei seinem Konzert begrüßte: Den österreichischen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen.

 

 

8. AprilHarri Stojka & Roma Musik Ensemble

 

„Heute ist der Internationale Roma Tag und ich wollte einfach ein Zeichen setzen, dass das eine anerkannte, wohlgelittene, respektierte Minderheit in Österreich ist. Außerdem mag ich die Musik von Harri Stojka sehr“, so Van der Bellen.

 

Harri StojkaHarri Stojka

 

Das ORF Magazin „Servus, Szia, Zdravo, Del tuha“ strahlt einen ausführlichen Bericht über die Feier im RadioKuluthaus aus.

14. April, 13:05 Uhr, in ORF2 Lokal Burgenland.

Zum 30. Internationalen Roma Tag am 8. April 2019 bot der Verein „Voice of Diversity“ ein viel dimensioniertes Programm im ORF RadioKulturhaus.

Die Impulse der prominent besetzten Diskussionsrunde, das Konzert mit Harri Stojka und dem Roma Musik Ensemble, bildeten ein verdienstvolles Ergebnis der sorgfältigen Arbeit.

 

Harri Stojka, Alexander Van der BellenMarion Dworzack, Harri Stojka, Alexander Van der Bellen

 

„Meines Wissens ist es das erste Mal, dass ein Bundespräsident so eine spezielle Roma Veranstaltung wie die heutige besucht und dadurch bekommt das einen Wahnsinns Wert“, freut sich Harri Stojka und betont die internationale Bedeutung des Roma Tages.

 

8. AprilRomani Rose

 

„Die schlimmste Form des Antiziganismus besteht darin, dass Angehörige unserer Minderheit auf Grund gesellschaftlicher Ausgrenzung ihre Zugehörigkeit nach außen leugnen, bzw. verbergen. Das ist der größte Vorwurf, den ich gegen diese Form von Antiziganismus erheben kann“, erwähnt Romani Rose im Rahmen dieser Plattform.

Die dominierende Person in der Diskussionsrunde, die dem herzhaft lebendigen Konzert voraus ging, war zweifelsohne Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. An diesem Ehrentag seiner Volksgruppe lenkte Rose die Gedanken in der Runde hin zur Anerkennung der kulturellen Leistungen und die staatsbürgerliche Identität der Minderheit. Armut sei kein ethnisches Merkmal.

 

Romani RoseRomani Rose

 

„Wissen Sie, in einem Rechtsstaat muss jeder Mensch den gleichen Wert haben, ohne Ansehen der Person, wie es in unserer Verfassung steht: ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar‘. Und unsere Minderheit lebt in den europäischen Staaten seit vielen Jahrhunderten und sie haben ihren Beitrag für ihre Heimatländer geleistet. Auch im Sinne des Patriotismus. Wenn wir an den ersten Weltkrieg denken, wie viele Angehörige unserer Minderheit gegen Frankreich gestanden sind, auf der deutschen Seite. Auch im Zweiten Weltkrieg, wie viele Angehörige unserer Minderheit in der Wehrmacht waren und dann in Konzentrationslager abgschoben worden sind, weil sie Sinti und Roma waren“, erläutert Romani Rose.

 

8. AprilMichael Köhlmeier, Mirjam Karoly

 

Die philosophischen Ansätze des Moderators, des renommierten Schriftstellers Michael Köhlmeier, hoben die aktuellen Diskurse auf eine Ebene des gegenseitigen Verstehens und Mitgefühls: „Herr Rose, ihre Vorfahren sind wahrscheinlich länger in Deutschland, als meine Familie in Österreich lebt. Dennoch hat mich noch nie jemand gefragt, ob ich schon integriert bin, aber an ihre Familie und sie wurde diese Frage bestimmt schon oft herangetragen“, legte Köhlmeier das Zentralthema der Diskussion fest.

Musik schaffte es auch an diesem Abend, Worte und Emotionen in eine euphorische Sehnsucht nach Menschlichkeit strömen zu lassen.

 

8. AprilMario Dworzack

 

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Feier zum 8. April wieder gut Fuß fast, in Wien. Es gab ja in der Vergangenheit schon Veranstaltungen im Parlament, oder im Rathaus. Aber mit so einem breiten Programm wie heute war es noch nie. Dieser Schulterschluss der Vereine und NGOs macht das ganze so besonders und reich“, sagt Marion Dworzack vom veranstaltenden Verein „Voice of Diversity“.

 

Source: volksgruppen.orf.at

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